Schmankerl inmitten idyllischer Berge {Mitbringsel aus dem Sommerurlaub}

Kaltenbach im Zillertal, Österreich

Kaltenbach im Zillertal, Österreich

Sommerzeit ist Urlaubszeit, also sind auch wir aufgebrochen und haben für zwei Wochen unser Domizil in den Zillertaler Alpen aufgeschlagen. Auf eine Hütte auf 1.800 Metern Höhe ist die Wahl schließlich gefallen, mitten in einem klitzekleinen Hüttendorf, zwischen abgeschiedenen Almen und grasenden Kühen. Wunderschön, total idyllisch und genau richtig, um abzuschalten. 

Die Zillertaler Alpen bei Mayrhofen

Die Zillertaler Alpen bei Mayrhofen

Ich liebe die Berge mit ihrer ganz besonderen Atmosphäre, der Ruhe, dem weiten Blick und dem majestätischen Panorama, wenn man es auf einen der vielen Gipfel geschafft hat. Die österreichische Küche ist quasi das Tüpfelchen auf dem "i". So vielfältige regionale Köstlichkeiten - da gibt's immer wieder Neues zu entdecken. Diesmal habe ich "Zillertaler Krapfen", aus einem dünnen, in Fett ausgebackenen Teig mit herzhafter Füllung, und "Melchermuas" probiert. Letzteres ist eine besondere Art Pfannkuchen, der mit Preiselbeerkompott gegessen wird. Er besteht aus Milch, Mehl, Eiern und Salz und wird spektakulär über einer Glut in speziellen Pfannen ausgebacken. Sehr fein – und genau die richtige Grundlage um eine weitere Köstlichkeit zu testen, nämlich den Enzianbrand. Er wurde mir als eine regionale Rarität empfohlen.

Ofenwarmer Crumble mit frischen Ribiseln

Ofenwarmer Crumble mit frischen Ribiseln

Da wir uns weitgehend selbst versorgt haben und ich regionale Spezialitäten im Urlaub sehr schätze, landeten viele regionale oder zumindest regional inspirierte Speisen auf unserem Tisch. Davon möchte ich euch heute den Ribisel-Marillen-Crumble mit Nüssen und Müsli vorstellen! Ribisel, so nennen die Österreicher Johannisbeeren und Marillen, sind Aprikosen. :)

Zutaten für den Ribisel-Marillen-Crumble

  • 100g Basismüsli oder Vollkornflocken
  • 50g grob gehackte Nüsse (Sorte je nach Geschmack)
  • 180g Dinkelmehl (Typ 700)
  • 100g brauner Zucker (je nach Süße der Früchte und persönlichem Geschmack kann das auch ein bissi mehr sein)
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 120g flüssige Butter
  • ca. 1 - 1,5kg Ribisel und Marillen
  • etwas Puderzucker

Zubereitung des Crumble

Die Zubereitung des Crumble geht blitzschnell, ihr werdet sehen. Das Obst waschen, verlesen und ggf. in mundgerechte Stücke schneiden und in eine feuerfeste Form geben. Wenn Ihr ein Backblech benutzt, dann empfiehlt es sich die Form mit zwei Lagen Backpapier auszulegen. 

Vorbereitung: die Marillen und Ribiseln waschen und verlesen bzw. klein schneiden

Vorbereitung: die Marillen und Ribiseln waschen und verlesen bzw. klein schneiden

Der Teig ist fix zubereitet und wird großzügig über dem frischen Obst verteilt

Der Teig ist fix zubereitet und wird großzügig über dem frischen Obst verteilt

Den Backofen heize ich auf 180°C Umluft vor und bereite dann aus den übrigen Zutaten einen krümeligen Teig zu. Dazu das Müsli, die gehackten Nüsse mit dem Mehl, dem braunen Zucker und dem Vanillezucker in einer Schüssel vermischen und anschließend die flüssige Butter dazu geben. Alles, am besten mit den Händen, zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Die Nüsse verleihen dem Crumble einen schönen Crunch-Effekt. Die Krümel auf das Obst geben und alles für 20-30 Minuten im Ofen backen.

Yummy, lauwarm mit frischem Obst und einem Hauch Puderzucker

Yummy, lauwarm mit frischem Obst und einem Hauch Puderzucker

Wenn das Obst Flüssigkeit gezogen hat und die Streusel goldgelb sind, sollte der Crumble gut sein. Mit Joghurt, Vanillesoße oder Eis servieren.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachkochen. Lasst es euch schmecken und habt eine gute (Kuchen)-Zeit! 

Pfirsiche treffen Rosmarin {Ein Törtchen voller Urlaubserinnerungen}

Pfirsiche und Rosmarin in einem sommerlichen Törtchen vereint.

Pfirsiche und Rosmarin in einem sommerlichen Törtchen vereint.

Endlich Wochenende! Endlich wieder Zeit für ein Törtchen. Das erste Wochenende nach einem Urlaub ist für mich immer ganz besonders. Die Urlaubsstimmung ist noch da, auch wenn der Alltag mich längst wieder in seinem Bann hält. Mein Törtchen soll also etwas von meiner Urlaubstimmung aufgreifen und rasch zubereitet sein, denn die Lieben beanspruchen heute auch noch Zeit von mir.

Curden! - das habe ich mir schon soooo lange vorgenommen und nun ist der richtige Zeitpunkt. Ich entschwinde also rasch in meine „Backstube“ und werde mit einer Pfirsich-Meringue-Tarte mit Rosmarin zurückkommen. Ja, ganz richtig, eine Kombination von weißen aromatischen Pfirsichen mit Rosmarin. Ihr werdet sehen, eine wunderbare Liaison :-)

Zutaten

  • 3-4 Stiele Rosmarin
  • 2-3 Tl feiner Kandiszucker
  • 180g Mehl
  • 40g Puderzucker
  • 1 Eigelb
  • 100g kalte Butter (ich verwende meist Joghurtbutter)
  • 1 Prise Salz
  • ca. 500g Pfirsiche ungeputzt gewogen (Alternativ lassen sich auch wunderbar Aprikosen verarbeiten, die Früchte sollten vor allem reif und sehr aromatisch sein)
  • Saft einer Limette
  • 2 schwach gehäufte TL Speisestärke
  • 1 Schnapsglas Pfirsich-Likör
  • 4 Eier
  • 120g Butter (für den Curd keine Joghurtbutter verwenden)
  • 80g feiner Zucker
Jetzt schon ein Stückchen....das wäre toll! Aber ich muss mich noch ein wenig gedulden.

Jetzt schon ein Stückchen....das wäre toll! Aber ich muss mich noch ein wenig gedulden.

Zubereitung

Das Rezept ist für eine Tarte-Form mit 24cm Durchmesser berechnet. Zuerst bereite ich den Rosmarin vor, der dem Mürbeteig und der Meringue sein besonderes Aroma verleihen soll. Dazu wasche ich drei Zweige frischen Rosmarin, entferne die Nadeln und hacke diese mit einem scharfen Küchenmesser in kleine Stücke. Den gehackten Rosmarin gebe ich zusammen mit dem Kandiszucker in einen Mörser und mahle alles zu einer möglichst feinen Masse. Dadurch setzt der Rosmarin sein volles Aroma frei. Die Rosmarinnadeln verlieren nicht vollständig ihre Struktur, das stört bei der weiteren Verarbeitung aber nicht. Solltet ihr keinen Mörser haben, kann man auch fertig gemahlen Rosmarin kaufen und diesen verwenden.

Rosmarinzucker und Mürbeteig - Schritt für Schritt zur Tarte

Rosmarinzucker und Mürbeteig - Schritt für Schritt zur Tarte

Nun geht es mit dem Teig weiter. Diesen bereite ich aus Mehl, Zucker, Salz, der kalten Butter und dem Eigelb zu. Alle Zutaten gemeinsam mit 1-1,5 TL der Rosmarin-Kandis-Mischung in eine Schüssel oder auf die Arbeitsfläche geben und rasch mit den Händen verkneten. Anschließend gönne ich dem Teig eine Pause im Kühlschrank. 30 Minuten sollten es schon sein.

Die Wartezeit nutze ich, um die Tarte-Form vorzubereiten. Dazu schneide ich ein Stück Backpapier in der Größe des Bodens aus und befestige es mit etwas Fett. Dann verrutscht das Backpapier nicht, wenn später der Teig in die Form kommt.

Nun geht es an‘s „Curden“ … es ist wirklich eine Premiere und ich bin schrecklich aufgeregt. :-)

Die Pfirsiche waschen, putzen und von ihrem Stein befreien. Die grob zerteilten Früchte kommen mit etwas Wasser in einen Topf. Nur der Boden vom Topf sollte gerade eben mit Wasser bedeckt sein. Deckel drauf und auf dem Herd kurz aufkochen lassen. Die Früchte so lange bei reduzierter Hitzezufuhr dünsten, bin sie weich sind und mit einem Pürierstab zu einem feinen Mus verarbeitet werden können. Bevor der Pürierstab zum Einsatz kommt, lasse ich die Pfirsiche aber etwas abkühlen und trenne schon mal die vier Eier. Das Eiweiß darf noch einmal zurück in den Kühlschrank.

Vorbereitungen für den Curd und die Tarte kurz vor ihrem Besuch im Backofen.

Vorbereitungen für den Curd und die Tarte kurz vor ihrem Besuch im Backofen.

Nun wird der Backofen auf 200°C Umluft vorgeheizt um den Mürbeteig vor- bzw. blind zu backen. Dazu hole ich den Teig aus dem Kühlschrank, teile ihn in zwei Teile (etwa 1/3 und 2/3 große Stücke) und rolle den kleineren Teil mit Hilfe eines Nudelholzes und etwas Mehl einige Millimeter dünn aus. Den Boden der Tarteform damit auslegen. Aus dem verbleibenden Teig forme ich eine fingerdicke Rolle und mache daraus den Rand der Tarte. Es schaut recht hübsch aus, wenn man den Rand mit einer Gabel etwas dekoriert. Den Teig dann noch mehrmals mit einer Gabel einstechen und obendrauf mit Backpapier auslegen. Das Backpapier wird mit getrockneten Hülsenfrüchten (ich nehme dafür gerne Linsen) zum Blindbacken beschwert.

Die Tarte kommt nun für ca. 10-15 Minuten auf mittlerer Schiene in den Backofen. Danach entferne ich die Hülsenfrüchte und das Backpapier und stelle die Tarte nochmals für 6-8 Minuten in den Backofen, so dass der Teig goldbraun wird. Anschließend aus dem Ofen holen und etwas auskühlen lassen. Die Temperatur im Backofen auf 150°C Umluft reduzieren. 

Alles, was es für den Curd braucht...

Alles, was es für den Curd braucht...

Während der Boden vorgebacken wird, widme ich mich wieder dem Curd. Vom Pfirsichpüree messe ich 250ml ab, gebe den Saft der Limette hinzu und vermische den Likör mit der Speisestärke. Dann gebe ich alles zusammen mit der Butter in einen Kochtopf. Nun werden vorsichtig nach und nach die Eigelb untergerührt und die Masse wird unter ständigem (sehr wichtig!!) rühren erwärmt bis sie leicht eindickt und schön cremig ist. Das kann einige Minuten dauern. Die Temperatur sollte während der gesamten Prozedur maximal auf mittlere Hitze eingestellt sein. Wenn Aprikosen verwendet werden, ggf. das Mark einer Vanilleschote hinzugeben und das Püree mit Zucker (dazu eignet sich Agavendicksaft sehr gut) abschmecken. Die Masse ggf. durch ein feines Sieb passieren, auf den Boden geben und im Backofen für ca. 15 Minuten backen. Vollständig auskühlen lassen und für mindestens 2 Stunden kühl stellen.

Pfirsich-Meringue-Tarte mit Rosmarin

Pfirsich-Meringue-Tarte mit Rosmarin

Kurz bevor die zwei Stunden um sind, die Tarte, für maximal eine viertel Stunde, in den Gefrierschrank geben. Das hilft dabei die Creme schnittfest zu halten, auch wenn die Tarte gleich zum Bräunen der Meringue (Baiser) unter den Backofengrill kommt. Das Eiweiß aus dem Kühlschrank nehmen und mit einer Küchenmaschine oder einem Handmixer zu Schnee schlagen. Das dauert sicherlich 10 Minuten. Sobald die Masse weiß wird und deutlich an Volumen gewinnt, gebe ich den Zucker und die restliche Rosmarin-Kandis-Mischung nach und nach hinzu.

Den Grill vom Backofen anschalten. Nun die Tarte aus der Form holen und auf eine Feuerfeste (!!) Tortenplatte oder ein Backblech stellen. Den Eischnee mit Hilfe eines Spritzbeutels oder mit einem Löffel wolkenförmig in der Mitte der Tarte platzieren. Mit dem Backofengrill kurz und kräftig bräunen lassen. Der Eischnee sollte allerdings nur an den Spitzen Farbe nehmen. Um das Ergebnis zu optimieren kann man mit einem kleinen Flambiergerät nacharbeiten.

Ein Blick ins Herz der Tarte :-)

Ein Blick ins Herz der Tarte :-)

Nun ist die Tarte fertig und kann serviert werden. Ich hoffe, das Rezept gefällt euch und wünsche viel Erfolg beim Nachbacken. Habt eine gute (Kuchen-)Zeit!